7.Deutscher Orgeltag

10.9.2017
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Der Fünfte Deutsche Orgeltag

Ein Rückblick

Es gibt ja inzwischen sehr viele, fast zu viele Gedenk- und Aktionstage. Der Tag des Baumes. Der Tag des Hundes. Der Tag der Deutschen Industrie. Und der Deutsche Orgeltag. Bereits der füfte Deutsche Orgeltag! Ist das auch noch nötig? Es ist!

Vor sechs Jahren trafen sich in Heidelberg einige Orgelfachleute, um darüber nachzudenken, ob der Auftrag der „Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands“ zu realisieren sei, einen Werbefeldzug für die Königin der Instrumente mit dem Ziel zu starten, das Instrument schlicht und einfach bekannter zu machen. Es wurden Pläne erörtert, wie das Interesse für die Geheimnisse des Klangs und des Baus der Orgel bei Jung und Alt zu wecken sei… Orgelerklärungen, Konzerte, Werkstattführungen, sogar Themengottesdiensüe, kurz: alles, was dem oben genannten Zweck dienen konnte, war erlaubt.

Das Internet sollte die Plattform für die Werbung mit dem einfachen Arbeitstitel <www.orgeltag.de> bieten. Doch woher das Geld für eine Internetseite und ihre notwendige Pflege nehmen? Dank der Telefonate mit etlichen aufgeschlossenen Orgelbaufirmen konnte man deren Chefs die Wichtigkeit des Vorhabens für die Zunft und Zukunft der Orgelbauer klarmachen. Dass auch die Organisten die Profiteure der Kampagne sein würden, war die dahinter stehende Absicht. Spenden unterschiedlicher Größe trafen ein, und ein ideal gesinnter Orgelbauer erklärte sich bereit, die Internetseiten ehrenamtlich zu gestalten und zu pflegen. So wurden die notwendigen finanziellen Voraussetzungen für den Start des l. Deutschen Orgeltags am 11. September 2011 geschaffen.

Unterstützt wird die Arbeit der Organisatoren des Deutschen Orgeltags durch den Bund Deutscher Orgelbaumeister. Auch die Zusammenarbeit mit der „Stiftung Orgelklang“ mobilisiert allenthalben die Kräfte. Offensichtlich erfolgreich ist auch die Akzeptanz durch die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“. Der Deutsche Orgeltag findet gleichzeitig mit dem Tag des Offenen Denkmals statt.

Seit nunmehr fünf Jahren sind die Namen der das Projekt großzügig unterstützenden zwölf Orgelbauer aus Deutschland und der Schweiz unter <www.orgeltag.de> zu finden. Am Thema „Orgel“ ist inzwischen ein zunehmendes Interesse festzustellen, nicht nur in Deutschland. Im Jahr 2013 wurde die Homepage von Interessenten aus 23 weiteren Ländern besucht, darunter die USA, Großbritannien, Finnland, Russland, Türkei, Japan und Südkorea. Gerade im letztgenannten Land haben verschiedene deutsche Orgelbauer interessante Instrumente errichtet. Das Orgelspiel wird dort an vielen Universitäten mit Erfolg unterrichtet. Doch zurück zum Ursprung der Idee.

Das ist das Motto der Aktion: „Überall in Deutschland sollen an diesem Tag Orgeln zu hören, zu sehen und zu besichtigen sein.“ Das Datum ist der jeweilige zweite Sonntag im September, im Jahr 2015 war das der 13. September. Und die Themen? Die sind außerordentlich vielfältig, wie ein Blick in die Liste der Veranstaltungen zeigt. Nicht nur in großen Städten wie Berlin, Düsseldorf, Frankfurt oder Magdeburg erweckt die Einladung Aufmerksamkeit. In Karlsruhe wurden bei verschiedenen Veranstaltungen über 1000 Besucher gezählt. Auch in kleineren städten und Gemeinden ist reges Interesse festzustellen. So kamen in Bayreuth bei zwei Nachmittags-Terminen über 120 Besucher, um der „Orgelerklärung in Wort und Ton“ zu lauschen. Andernorts konnte man unter der Überschrift „Orgelwind durch Muskelkraft“ die Bälge teten. Die Bremer Stadtmusikanten warben für die Königin der Instrumente. Orgelmuseen und Orgelbauwerkstätten öffneten die Türen. Selbst funktionsfähige Pfeifen aus Pappe konnte man eigenhändig basteln.

Zur Geschäftsidee gehört auch die Lösung der Frage: Wie gelange ich in den Kreis der Anbieter? Jeder, der zum Thema „Orgel“ etwas beizutragen hat, darf sich nach Nennung des Codeworts in die Veranstaltungsliste eintragen. Die Themen wurden oben bereits angedeutet. Im Jahr 2015 waren dies unter anderem die Wiedereinweihung einer historischen Orgel in Selzen, eine Information zu dem Thema „Von großen und kleinen Pfeifen“, ein festliches Orgelkonzert in der Zollingerhalle im Zentrum „Altes Schloss Valley“, eine Betrachtung „Handwerkskunst und heilger Geist“ an der Orgel in Störmthal. Andere Themen lauteten: „Mit Händen und mit Füßen“, „Ökumenischer Orgelspaziergang“, „Pferdegetrappel auf der Kinoorgel“ oder ganz kryptisch „Geheimnis Orgel“. Dazu kamen Orgelkonzerte mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Nach anfänglich geringer Beteiligung waren 2015 insgesamt 60 Veranstaltungen gemeldet, wobei die „Dunkelziffer“ nicht genannter Aktionen beträchtlich höher sein dürfte.

Das Ziel der Bemühungen ist noch nicht erreicht. Doch bleibt zu hoffen, dass die Königin der Musikinstrumente eine noch breitere Beachtung in der Öffentlichkeit erfahren wird. Der jeweils gleichzeitig stattfindende „Tag des offenen Denkmals“ bietet die besten Voraussetzungen dazu. Bitte schon jetzt vormerken: Am 11. September 2016 „Sechster Deutscher Orgeltag“.

Hans Schmidt-Mannheim
Veröffentlicht im Ars Organi 2015, Heft 4